😡 Bauantrag abgelehnt & Bürokratie-Chaos 🏛️

Wir haben heute unseren Bauantrag zurückgezogen. Was folgt ist eine farce mit den Behörden.

Zuerst einmal haben wir von unserem Bauantrag fast einen Monat gar nichts gehört. Auf Nachfrage, ob unser Bauantrag überhaupt angekommen sei, teilte man uns mit, dass im Kreis Segeberg der Bebauungsplan, auf welchen wir uns beziehen, gar nicht vorhanden sei. Der Bebauungsplan wurde damals von der Gemeinde direkt an das Land Schleswig-Holstein geschickt – und dabei wurde der Kreis einfach übersprungen.

2 Wochen später rief uns dann ein Sachbearbeiter der unteren Bauaufsichtsbehörde vom Kreis Segeberg an, um weitere Befreiungsanträge von uns für die Trauf- und Firsthöhe zu verlangen, da unser Befreiungsantrag nur für die Sockelhöhe gestellt wurde. Weiterhin verwies er darauf, dass unsere Garage keine Garage wäre und wir zusätzlich eine Genehmigung vom Nachbarn benötigen würden, da unsere „Garage“ auf die Grundstücksgrenze gebaut wird und aufgrund der Abweichung vom Höhenbezugspunktes nun höher als die erlaubten 3m wäre (Anmerkung: die Garage ist nur 3m hoch. Wenn jedoch vom Bemessungspunkt aus gemessen wird, sind es 3,20m, da der Sockel 20cm über dem Bezugspunkt liegt, um das Gefälle zur Straße auszugleichen…):

Hier mal unser Befreiungsantrag welchen wir gestellt haben:

und hier der Auszug aus dem B-Plan mit den Punkten 2.2 & 2.3 auf welche wir uns beziehen:

Ich war also erstmal ein wenig ratlos, auf was ich mich zusätzliche befreien lassen sollte, meiner Meinung nach ist unser Befreiungsantrag ziemlich selbsterklärend. Es ist auch so, dass diese Anträge vom Bauherren und nicht vom Bauträger oder gar Architekten gestellt werden müssen.

Die einfachste Herausforderung schien mir die benötigte Genehmigung unseres Nachbarns zu sein, weshalb ich den Erschließer und Verkäufer unseres Grundstücks anrief, um zu erfahren, wer denn unser Nachbar sei. Die Antwort hierzu (sinngemäß): „Das darf ich Ihnen aufgrund des Datenschutzes nicht mitteilen. Aber wieso sollen Sie überhaupt weitere Befreiungsanträge stellen? Die werden doch alle abgelehnt! So wie wir es mitbekommen haben wurden 2 weitere Bauanträge aus dem Baugebiet mit dem selben Befreiungsantrag abgelehnt.„.

Ich war verwirrt und rief bei der Gemeinde an, da diese mir zuvor doch mitgeteilt hatte, dass die Sachlage im Bauausschuss der Gemeinde geprüft worden sei und man uns eine positive Rückmeldung gegeben habe. Dort erklärte man mir dann, dass die Gemeinde zwar der Auffassung sei, den Anträgen zuzustimmen, die endgültige Entscheidung jedoch beim Kreis liege und dieser habe die Befreiungsanträge tatsächlich abgelehnt. Die Begründung hierzu? Sinngemäß: „Man könne keiner Befreiung des B-Plans stattgeben, wenn dieser erst 6 Monate alt ist„. Die Gemeinde ist mit der Problematik vertraut und bat uns, vorerst mit weiteren Schritten zu warten, man wolle noch intern hinter verschlossenen Türen sprechen (gemeint ist hiermit wohl der „nichtöffentliche Teil der Bau- & Planungssitzung).

Wir wollten aber nicht länger warten, nach all den Telefonaten, Zu- & Absagen haben wir die Faxen dicke. So haben wir uns mit unserem Bauträger zusammengesetzt und geprüft, was möglich wäre und wie wir das Wasser vom Grundstück loswerden können und haben unseren Bauantrag zurückgezogen. Als Dankeschön wurden somit nur 75% für die „Prüfung“ des Bauantrags berechnet (über 1.000 €). Wirklich geprüft wurde bisher meines Empfindens nichts, da ohne der Zusage der Befreiungsanträge sowieso keine Prüfung des Bauvorhaben stattfinden könnte…

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